Erst die anderen. Dann du. — Wie die AfD jeden trifft

Die AfD arbeitet mit Angst. Sie macht Angst vor Fremden, vor Veränderung, vor dem Verlust des Gewohnten. Aber vor einer Sache macht sie keine Angst: vor sich selbst. Das ändern wir hier. Denn was passiert, wenn die AfD an die Macht kommt, betrifft dich direkt — egal wer du bist.

Du arbeitest — dein Lohn sinkt, dein Schutz verschwindet

Du gehst jeden Tag zur Arbeit. Du zahlst Steuern und Sozialabgaben. Du verlässt dich darauf, dass ein Betriebsrat, ein Tarifvertrag und ein Mindestlohn dir den Rücken freihalten.

Die AfD will das ändern. Sie will Gewerkschaften aus den Betrieben drängen. Sie will das Streikrecht einschränken. Sie will die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen abschaffen — also die Regel, dass Mindestlöhne und Mindeststandards für alle gelten, nicht nur für gut organisierte Branchen.

Ohne Gewerkschaft, ohne Tarifvertrag, ohne Betriebsrat bist du deinem Arbeitgeber schutzlos ausgeliefert. Das ist kein Szenario. Das ist das Programm der AfD.
Belegt Dem Anstieg des Mindestlohns auf 12 Euro hat die AfD im Bundestag nicht zugestimmt. Begründung: Die Anhebung setze den Markt außer Kraft. (DGB, 2022)

Du bist krank — dein Krankenhaus schließt

Wenn du nachts einen Unfall hast oder dein Kind Fieber bekommt, willst du wissen, dass ein Krankenhaus in der Nähe ist. Das ist heute in vielen Regionen schon nicht mehr selbstverständlich.

Die AfD will den Staat radikal verkleinern. Sie verspricht 181 Milliarden Euro an Steuersenkungen pro Jahr — finanziert durch den Abbau öffentlicher Ausgaben. Weniger Geld für den Staat bedeutet weniger Geld für Krankenhäuser, Pflegeheime und medizinische Versorgung.

Gleichzeitig lehnt die AfD eine Erhöhung der Beitragssätze für die Kranken- und Pflegeversicherung ab — ohne zu sagen, wie die Versorgung dann gesichert werden soll. (AfD-Wahlprogramm 2025)

Wer zahlt die Rechnung? Du — mit schlechterer Versorgung, längeren Wegen, weniger Personal.

Du lebst auf dem Land — du wirst noch weiter abgehängt

Viele Menschen auf dem Land wählen AfD, weil sie das Gefühl haben, vergessen worden zu sein. Das ist ein berechtigtes Gefühl. Aber die AfD hat keine einzige Maßnahme im Programm, die daran etwas ändert.

Kein Konzept für mehr Busse und Bahnen. Kein Konzept für Landärzte. Keine Investitionen in ländliche Infrastruktur. Stattdessen: Steuersenkungen, von denen vor allem Großunternehmen und Vermögende profitieren.

Wer auf dem Land wohnt und AfD wählt, wählt dafür, dass sich nichts ändert — außer dass es schlimmer wird.

Du hast Kinder — sie lernen in der Schule, was die AfD erlaubt

Stell dir vor, dein Kind kommt aus der Schule und erzählt: „Unsere Lehrerin hat heute über Rechtsextremismus gesprochen — und jemand hat sie gemeldet."

Das ist kein Gedankenspiel. Es passiert bereits. Die AfD betreibt in mehreren Bundesländern sogenannte Meldeportale, auf denen Schüler und Eltern Lehrer anonym anzeigen können — wenn diese sich im Unterricht kritisch mit der AfD auseinandersetzen.

Belegt Meldeportale der AfD gab es in Hamburg, Berlin, Bremen, Sachsen, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Der Philologenverband warnte: Der Aufruf zur Denunziation erinnere an dunkle Kapitel der deutschen Geschichte. In Mecklenburg-Vorpommern verbot der Datenschutzbeauftragte das Portal als rechtswidrig. (GEW, 2024; Datenschutzbeauftragter MV, 2019)

Wenn Lehrer Angst haben müssen, Demokratie zu unterrichten, lernen Kinder keine Demokratie mehr. Was sie stattdessen lernen, bestimmt dann die Partei an der Macht.

Du liest Zeitung — bald nicht mehr die, die du willst

Die AfD bezeichnet kritische Medien als „Lügenpresse" und „Systemmedien". Sie versucht regelmäßig, Journalisten von Parteitagen und Veranstaltungen auszuschließen. (Amadeu-Antonio-Stiftung)

Für den Fall einer Regierungsübernahme hat der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke angekündigt, den MDR-Staatsvertrag zu kündigen. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk will er auf zehn Prozent seiner jetzigen Größe schrumpfen — finanziert durch Steuern statt durch Beiträge, damit die Regierung jederzeit den Geldhahn zudrehen kann. (AfDnee Faktencheck, 2024)

Eine Regierung, die Medien kontrolliert, kontrolliert, was du weißt. Und eine Demokratie ohne freie Presse ist keine Demokratie mehr.

Du kennst deinen Nachbarn — bald misstraust du ihm

Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht durch Vertrauen. Menschen helfen sich gegenseitig, weil sie sich kennen und aufeinander zählen können.

Die AfD zerstört dieses Vertrauen systematisch. Sie teilt die Gesellschaft in „Volk" und „Feinde des Volkes". Sie macht Migranten zu Sündenböcken, Medien zu Lügnern, Politiker zu Verrätern. Wer anderen misstraut, hält zusammen — aber nur mit denen, die genauso denken.

Was dabei entsteht, ist keine Gemeinschaft. Es ist eine Gesellschaft der Verdächtigung. Nachbarn beobachten Nachbarn. Wer anders aussieht, anders denkt, anders liebt — wird zum potenziellen Feind.

Eine gespaltene Gesellschaft kann keine gemeinsamen Probleme lösen. Sie kann sich nur noch gegenseitig beschuldigen.

Du glaubst, du kennst die Geschichte — sie wird umgeschrieben

Führende AfD-Politiker haben den Nationalsozialismus verharmlost oder relativiert. Björn Höcke bezeichnete das Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande" und wurde dafür von einem Gericht verurteilt. Er forderte eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad".

Warum das gefährlich ist Wer die Vergangenheit umschreibt, verändert die Zukunft. Wer den Nationalsozialismus verharmlost, macht ihn wieder denkbar. Wer die Lehren der Geschichte tilgt, öffnet die Tür für ihre Wiederholung. Das ist keine Übertreibung — das ist das Muster, das Historiker in jedem autoritären System der letzten hundert Jahre beobachtet haben.
Belegt Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte die AfD im Mai 2025 als gesichert rechtsextreme Bestrebung ein. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig bestätigte diese Einstufung im Juli 2025 rechtskräftig. (BfV 2025, BVerwG-Urteil 2025)

Du dachtest, es trifft die anderen — es trifft auch dich

Viele Menschen denken: Die AfD meint die anderen. Die Ausländer. Die Linken. Die in den Städten. Mich lassen die in Ruhe.

Das ist der größte Irrtum. Autoritäre Systeme beginnen immer mit einer Gruppe. Aber sie hören nie bei einer auf.

Wer heute schweigt, weil er nicht betroffen ist, stellt fest: Wenn er betroffen ist, schweigen alle anderen bereits.

Das Fazit Die AfD macht Angst vor allem — außer vor sich selbst. Aber wer ihrem Programm nüchtern ins Auge schaut, sieht: weniger Lohn, weniger Schutz, weniger Demokratie, weniger Wahrheit, mehr Misstrauen, mehr Spaltung, mehr Angst. Nicht die Angst, die die AfD schürt. Sondern die Angst, die entsteht, wenn eine Partei wie diese an die Macht kommt. Diese Angst ist berechtigt. Und sie sollte jeden wählen lassen gehen.