Was man oft hört: Die Kriminalstatistik belegt es schwarz auf weiß: Ausländer begehen überproportional viele Straftaten.
Was die Zahlen wirklich sagen:
In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 sind etwa 40 Prozent der Tatverdächtigen keine deutschen Staatsbürger — obwohl sie einen deutlich kleineren Anteil an der Bevölkerung ausmachen. Das klingt zunächst eindeutig.
Aber: Zahlen brauchen Kontext.
Erstens enthält die Statistik ausländerrechtliche Verstöße — also Delikte, die fast ausschließlich Ausländer begehen können (z. B. unerlaubte Einreise). Zieht man diese heraus, sinkt der Anteil auf 35,5 Prozent.
Zweitens — und das ist entscheidend — ist Kriminalität stark altersabhängig. Junge Männer zwischen 21 und 30 Jahren sind in jeder Gesellschaft und jeder Herkunftsgruppe die häufigsten Tatverdächtigen. Geflüchtete und Zuwanderer sind überproportional jung und männlich. Vergleicht man gleiche Altersgruppen, schrumpft der Unterschied erheblich.
Drittens: Wer mehr kontrolliert wird, taucht öfter in der Statistik auf. Das nennt man Kontrollverzerrung — ein bekanntes methodisches Problem in der Kriminologie.
Kriminologischer Konsens: Nicht Herkunft macht kriminell, sondern soziale Lage, Alter und Perspektivlosigkeit.
Ein unbequemer Zusatz: Asylsuchende dürfen in den ersten drei bis neun Monaten in Deutschland nicht arbeiten. Erzwungenes Nichtstun und Perspektivlosigkeit begünstigen Kriminalität — das sagen sogar konservative Politiker wie Bundesinnenminister Dobrindt (CSU), der schnelleren Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete fordert.